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Wildschaden im Mais
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Landwirt an Schaden beteiligen
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Mais; Feind der Jäger ?
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Der Mais ist nicht der Feind der Jäger Die Anbaumethoden und deren Menge ist es, die Mais zum Thema Nr. 1 in der Jägerschaft machen. Der Ausgleich von Schäden durch Wildschweine ist aus der Jagdkasse nicht zu bezahlen. Was ist geschehen?
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veränderter Maisanbau
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Der Anbau von Mais als Futterpflanze ist zum Anbau von Bio-Mais als nachwachsender Rohstoff zu Energiegewinnung geworden. Die Anbaufläche ist seit dem Jahr 1990 mit rd 50.000 ha rasant weiter gestiegen. Allein von 131.833 ha im Jahr 2008 auf 184.500 ha in 2010. In Schleswig-Holstein gibt es z.Z. 320 Biogasanlagen. Der Anbau ist nicht mehr bäuerlich. Oft sind es juristische Personengesell-schaften, die die Biogasanlagen betreiben. Aus Presseberichten ist zu entnehmen, dass oft nur wegen der Bauleitplanung einzelne Landwirte beteiligt sind. Für Anbauflächen für Bio-Mais werden tlw. bis 1000,- €/ha Pacht geboten und bezahlt. Dieses hat schon dazu geführt, dass Milchviehbetriebe aufgeben müssen, weil sie bei dem Pachtpreis nicht mithalten können. Darin liegt ein Teil des Problems. Die staatlich festgelegten Einspeisungsvergütungen für Strom sind so hoch, dass die Biogasanlagen es sich leisten können, so zu handeln und die zusammenhängenden Flächen zu groß, unübersichtlich und nicht zu bejagen sind. Die Sauen lassen sich aus den Flächen auch nicht vergrämen
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Nachlass der Sauen
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Die letzten Halme werden noch fallen
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Folge 1
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Veränderte Landschaft zum Nachteil der Artenvielfalt Der Anbau in großflächig in Monokultur mit Vegetation von Mai bis Ende September ist frei von Wildkräuter. Die übrigen sieben Monate in Stoppelbrache sind für alles Wild uninteressant, abgesehen in den ersten Tagen nach der Ernte für Wildgänse. Diese haben in SH aber Schonzeit. Allerdings wirkt der Mais auf Schwarzwild wie ein Magnet Schon bei der Aussaat werden die Körner aufgenommen. In der Milch- und Teichreife ist es ein unerschöpfliches Angebot.
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Folge 2
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Wildschaden durch Sauen Der stark gestiegene Bestand an Schwarzwild in den Feldrevieren mit geringen Waldanteilen führt zu erheblichen Wildschäden durch Sauen. Die Landwirte haben einen Anspruch auf Entschädigung. Der Jagdpächter muss es in den meisten Fällen leisten. Bei der Verpachtung eines Revieres durch die Jagdgenossenschaft ist es üblich, entstehende Wildschäden auf den Jagdpächter zu übertragen. Für Schäden im Mais kommen leicht über 1.000 € je Hektar zusammen. Es ist in unseren heimischen Feldrevieren auch ohne Wildschäden kaum möglich, kostendeckend eine Jagd zu pachten. Der entstehende Wildschaden mit der bisherigen Regelung zur Entschädigung wird es keinem „Normalverdiener“ mehr ermöglichen, ein Revier zu pachten. Wir möchten alle gern, auch die Jagdgenossen, dass die Jagd in Dorf bleibt, - also heimische Personen mit Passion es sich noch leisten können. Unser flächendeckendes Reviersystem und die Artenvielfalt leben auch davon, mit einheimischen Jägern verantwortlich besetzt zu sein. .
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Was hilft?
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Eine Möglichkleit ist das Anlegen von Schneisen innen und außen. Streifen besonders an Wald- und Knickrändern. Trennstreifen alle 100 m, damit die Sauen daran gewöhnt werden. Dort besteht auch die Möglichkeit zur Jagd im Ansitz. Die Anlage von Blühstreifen verbessert das Biotop und somit besseren Lebensraum für alle wildlebenden Tiere, einschließlich Insekten und Kerbtieren.Die EU-Subventionen werden wegen der Trennstreifen nicht gekürzt. Im Übrigen besteht für die Landwirte die „Obliegenheit“, Maßnahmen zu treffen, die Schäden vermindern und gleichzeitig die Möglichkeit zur Abwehr von Schäden zu treffen.
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Regeln ändern
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Die Regeln zur Entschädigung von Wildschäden sind älter als der Maisanbau in Schleswig-Holstein Ein Gutachterverfahren unter Mitwirkung der Kommune ist festgelegt und zwingend, wenn keine gütliche Einigung zu erzielen ist. Soweit so gut. Wenn aber durch den Anbau von Bio-Mais die Verhältnisse so grundlegend verändert sind, kann aus meiner Sicht keine Entschädigungsregelung gelten, wie vor 50 Jahren bei kleinen Flächen mit vielseitiger Fruchtfolge und unterschiedlichen Feldfrüchten. Zur Entschädigung gehört auch das Verursacherprinzip. Die meisten Schäden in der Landwirtschaft entstehen durch Schwarzwild. Die durch Maisanbau entstandene hohe Population vermehrt auch die Wildschäden an anderen Kulturen wie Grünland, Getreide und Raps. Eine umfangreiche Beteiligung der Maisanbauer an den Wildschäden halte ich für unumgänglich. Wenn der Bio-Maisanbau so lukrativ ist, dass 1000,- €/ha Pacht bezahlt werden, ist eine Beteiligung der Maisanbauer als Verursacher an Schäden nur gerecht und angemessen. Es macht wenig Sinn, wenn Landwirte und Jäger sich bei dem Thema emotional und verbal im Ton vergreifen. In Ruhe vorgetragene Probleme lassen die Bauern eher kooperieren. Im September 2010 Heiner Schlie
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Aritikel der Lübecker Nachrichten
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Der Mais – Feind der Jäger Die Wildschweine haben gut lachen. Wenn Heiner Schlie bei Pönitz aus seinem Hochsitz ins Feld schaut, sieht er nichts als Mais. Eutin - Wildschweine haben sich in Ostholstein rasant ausgebreitet. In den vielen Maisfeldern finden sie Futter und Schutz, hinterlassen aber oft eine Spur der Zerstörung. Den Jägern kommen die Schäden sehr teuer zu stehen.
Erst sind es nur ein paar umgeknickte Maispflanzen, doch nach ein paar Metern offenbart sich das ganze Ausmaß der Zerstörung. Auf einer Fläche von etwa 200 Quadratmetern sind die Stängel niedergetrampelt, liegen die Kolben auf dem Boden und vergammeln. Die Wildschweine haben das sechs Hektar große Feld bei Pönitz ordentlich verwüstet. „Davon gibt es hier wenigstens zehn Stellen“, sagt Jäger Heiner Schlie . Den 72-jährigen Timmendorfer kommt der Schaden teuer zu stehen. Als Pächter müssen die Jäger für die Zerstörung aufkommen und die Bauern entschädigen. „Wildschäden im Mais sind bei uns das Thema Nummer eins“, sagt der Schriftführer der Kreisjägerschaft Eutin. Holger Schädlich, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands, kann dies nur bestätigen: „Das ist ein Problem.“ In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Schwarzwild in den Feldrevieren mit geringen Waldanteilen rasant ausgebreitet. Wurden im Jagdjahr 1990 in Ostholstein noch 393 Wildschweine geschossen, hat sich die Schwarzwildstrecke 2009/10 mit 2325 Stück mehr als verfünffacht. Gründe für die steigende Population gibt es viele. Neben den milden Wintern und einem großen Futterangebot hat vor allem die Zunahme der Maisfelder zur starken Vermehrung der Wildschweine geführt. Immer mehr Landwirte entscheiden sich für den Anbau von Mais, weil es für sie wirtschaftlich rentabler ist. Die Bauern profitieren dabei vor allem von der Verwertung über die Biogasanlagen, deren Betreiber oft staatlich gefördert wird. In Schleswig-Holstein gibt es inzwischen bereits 320 solcher Anlagen. Vor fünf Jahren waren es noch 65. Die Maisanbaufläche ist in Schleswig-Holstein auf 184 500 Hektar angestiegen. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren waren es nur 31 833 Hektar. Die aktuellsten Zahlen aus Ostholstein stammen aus dem Jahr 2007 mit 2519 Hektar. Mais wirkt auf das Schwarzwild wie ein Magnet“, weiß Jäger Heiner Schlie. Die Sauen suchen in dem Mais Nahrung, fressen die Kolben und zertrampeln dabei die Pflanzen. „Die Ackerteilflächen sind teilweise so groß und unübersichtlich, dass eine Bejagung oder Vergrämung nicht möglich ist“, erläutert er. Wenn der Timmendorfer aus seinem Hochsitz ins Feld bei Pönitz blickt, sieht er nichts als Mais, Mais, Mais – die Wildschweine sucht er vergeblich. Das Schwarzwild lässt sich auch nicht bange machen“, sagt Schlie. Die angrenzenden Straßen erschweren die Jagd zusätzlich. Schließlich sollen die Wildschweine nicht auf die Straße laufen. „Die Brennpunkte finden sich vor allem an angrenzenden Waldgebieten, Naturschutzgebieten und Schilffflächen“, erklärt Holger Schädlich vom Kreisbauernverband. „Besonders betroffen sind zum Beispiel der Bungsberg, Malente oder das Süseler Moor.“ Und nicht zuletzt das Revier von Heiner Schlie bei Pönitz. „Für Schäden im Mais kommen leicht 1000 Euro je Hektar zusammen“, sagt der Jäger und macht deutlich: „Die bisherige Regelung zur Entschädigung wird es keinem ,Normalverdiener‘ mehr ermöglichen, ein Revier zu pachten.“ Man benötige eine praktikable tragfähige Schadensregulierung. Erste Ansätze gibt es bereits. So wurden bei Neuverpachtungen schon Preisermäßigungen oder die Bildung einer Rücklage vereinbart. Eine andere Möglichkeit, die Bejagungschancen zu verbessern, sind Schneisen und Grünstreifen in den Maisschlägen – ein wichtiger Aspekt auch für die Artenvielfalt. Heiner Schlie bringt die Situation der Jäger auf den Punkt: „Wir haben Verständnis dafür, wenn nach den EU-Agrarpolitik-Richtlinien gewirtschaftet und die Förderung für nachwachsende Energie in Anspruch genommen wird“, stellt er klar, „aber ungewollte Auswirkungen zum Schaden Dritter können nicht einseitig angelastet werden.“ Von Julia Konerding zum Seitenanfang
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