Der Thranbruch

Die Thranbruchniederung ist eine ehemalige Verlandungsmoorfläche, die durch tiefe Entwässerung als Grünland nutzbar gemacht worden ist. An den hier ansteigenden Hängen befinden sich Laubgehölze und Laubwälder. Auf den Flächen wurden der Kranich und die Wiesenweihe gesichtet. Durch die Maßnahme wurde der Lebensraum für die beiden seltenen Arten verbessert.

 

Eine halboffene Weidelandschaft zeichnet sich dadurch aus, dass offene Grasflächen fließend in Gebüsche und Wälder übergehen. Diese Landschaft stellt sich ein, wenn sie mit einer geringen Viehdichte (0,3 – 0,5 GV/ha) beweidet wird. Die gewählte Beweidungsform lässt erwarten, dass sie sich für landwirtschaftliche Betriebe trägt und für den Naturschutz kostengünstiger ist als andere Pflegemaßnahmen. Durch gemeinsamen Kauf von Landwirtschaftsflächen aus einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung in eine halboffene Weidelandschaft mit extensiver Weidenutzung ist die Fläche umgewandelt. Dem Naturschutz in der Fläche wird damit sehr geholfen. 

 

Im Gemeindegebiet Bosau in Ostholstein wurden in den letzten 50 Jahren ca. 80% des Grünlandes in Acker umgebrochen. Damit wurde ein vormals Grünland geprägtes Gemeindegebiet in eine Ackerlandschaft gewandelt. Aus der Historie ist bekannt, dass im 19. Jahrhundert die Ostholsteinische Landschaft überwiegend durch extensives Grünland mit Gehölzstrukturen geprägt war. Genutzt wurden die Flächen damals als Weide.

 

Die Stiftung Naturschutz SH hat seit mehreren Jahren Erfahrungen mit halboffenen Weidelandschaften. Großräumige Weidelandschaften ermöglichen die Ziele des Naturschutzes, der Landwirtschaft und des Tourismus zu vereinen. Aus Sicht des Naturschutzes wird durch Weidelandschaften die Strukturvielfalt der Landschaft gefördert. Die Strukturvielfalt hat positive Auswirkungen auf den Artenreichtum von Fauna und Flora, besonders auf seltene Arten. Nutzende Landwirte werden in der Lage sein, ihre Produkte höherwertig zu vermarkten. Die Tourismusbranche profitiert davon, dass die so genannten Wilden Weiden ein abwechslungsreiches Landschaftsbild und hohe Anziehungskraft für Besucher haben. 

Die Stiftung Naturschutz SH hat im Thranbruch eine größere arrondierte Fläche im Eigentum, die sich für eine großflächige Weidelandschaft eignet. Der Hegeverein Bosauer Winkel hat im dem Thranbruch angrenzend Eigentumsflächen, die sie in das Projekt einbringt. Der Hegeverein hat sich schon in den 1960er Jahren aus der Jägerschaft und besonders interessierten Landeigentümern mit dem Ziel gegründet, den wildlebenden Tieren bessere Bedingungen zu ermöglichen.


Der BARkauer See

Die Kreisjägerschaft Eutin beteiligt sich aktiv am Naturschutzgebiet des Barkauer Sees, in dessen Niederungsbereich 1982 ein 137ha großes Areal als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde und den „Natura 2000-Status“ des europäischen Netzwerkes inne hat.

 

Mit der Begradigung der Schwartau verlandete der Barkauer See zusehends. Die Schilfbereiche wurden intensic zur Reetgewinnung genutzt, ebenso wie das angrenzende Grünland stark landwirtschaftlichem Nutzen zugeführt wurde.Hierzu wurden die Flächen startk entwässert, was eine Torfsackung zur Folge hatte, die wiederum zu einer noch stärkeren Entwässerung führte. Mit der 1982 erfolgten Unterstellung der Flächen unter Naturschutz wurde die intensive Bewirtschaftung nach und nach eingestellt, bzw nur noch extensiv genutz oder der Sukzession gänzlich überlassen.

 

Ab 1987 begann die Stiftung Naturschutz mit dem Ankauf eines Großteils der, in der Seeniederung liegenden, landwirtschaftlich genutzten Flächen. Im Zuge dessen hat auch die Initiative PRONATUR, beteiligt durch den LJV SH als auch die KJS Eutin, Flächen angekauft. Als Folge des Flächenankaufs konnte 2006 der Wasserspiegel des Sees, durch Einbau von Sohlgleiten in die Schwartau, um bis zu 40cm angehoben werden. Auf diese Weise konnte im Niederungsbereich des Barkauer Sees und der Schwartau ein naturnaher Wasserhaushalt wiederhergestellt werden.

 

Die Renaturierungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet Barkauer See haben dazu geführt, dass dieses Gebiet heute wieder vielen schützenswerten Tieren und Pflanzen als wertvolles Feuchtgebiet zur Verfügung steht. Am Barkauer See brüten nun wieder bedrohte Vogelarten wie der Kranich oder das Braun- und das Schwarzkehlchen. Seltene Amphibien wie Laubfrosch und Rotbauchunke haben sich angesiedelt. Unsere Wildtiere brauchen solche Rückzugsräume zum Überleben.