Insgesamt wurden 48 Raubtierangriffe auf Hunde erfasst. Dabei handelte es sich nicht um Situationen bei denen die Jagd mit Hunden auf Raubtiere stattfand (Anmerkung: beispielsweise bei der  Braunbärenjagd).

 

Schadensersatz wurde in Höhe von 352.217 Schwedischen Kronen (ca. 38.000 €) und ein Betrag für vorbeugende Maßnahmen in Höhe von 440.876 Schwedischen Kronen (ca. 47.570 €) geleistet.

 

In den Jahren zwischen 1997 bis 2015 variierte die Anzahl der Raubtierangriffe auf Hunde zwischen 0 (1997) und 70 (2009). Die Schwankungen zwischen den Jahren kann von verschiedenen Faktoren abhängen, wie z.B. die Anzahl der Jagdtage mit Hunden, vom Wetter und von der Schneehöhe während der Jagdsaison.

 

Die Wolfsübergriffe fanden vor allem in folgenden mittel- und nordschwedischen Provinzen statt: Dalarna, Gävleborg, Jämtland, Stockholm, Värmland, Västmanland, Västra Götaland (die Reihenfolge ist alphabetisch und stellt keine Wichtung dar).

 

Jedes Jahr werden in Schweden 30 bis 40 Hunde bei Wolfsangriffen verletzt oder getötet. Das Risiko ist relativ gering, im Schnitt muss ein Hund einige tausend Jagdtage zum Einsatz kommen bevor er attackiert wird. Aber in einem Wolfsrevier ist das Risiko für den Jagdhund genauso groß von einem Wolf gerissen zu werden wie im Straßenverkehr zu verunglücken. Bisher fehlten Forschungsergebnisse über effektive Schutzmethoden. Hilft es beispielweise den Hund mit Urin zu versetzen, so dass er nach Mensch riecht, wie manche Jäger glauben? Nein, lautet die Antwort der Forscher des Wildschadenszentrums der Universität für Agrarwissenschaften.

 

Die Forscher haben bei ihrer Untersuchung 55 Jäger interviewt, deren Hunde in den letzten fünf Jahren von Wölfen gerissen wurden. Die Ergebnisse der Befragungen wurden dann mit den Angaben anderer Jägern verglichen, die ähnliche Bedingungen haben, deren Hunde jedoch nicht zu Schaden kamen.

  • Als effektivster Schutz stellte sich das Spuren in dem zu bejagenden Gebiet heraus, also das Umfahren der Region bei Schnee. Dabei wird geprüft, ob sich Wölfe im Waldgebiet befinden. Wenn ja, werden die Hunde dort nicht von der Leine gelöst.
  • Fast genauso erfolgreich sind Meldeketten, bei denen sich Nachbarn und Jäger gegenseitig durch SMS informieren, anrufen oder im Web über alle Wolfsspuren berichten, die sie festgestellt haben.
  • Eine Schutzweste (aus Kevlar und mit spitzen Dornen auf dem Rückenteil) oder mehrere Hunde gemeinsam jagen lassen, war die drittbeste Methode.

Es scheint tatsächlich so, als wenn die Schutzwesten mit Dornen einen Effekt haben, so dass die Fortsetzung weiterer umfassender Tests viel versprechend ist, sagt Jens Frank vom Wildschadenszentrum, der federführend an der neuen Studie mitgewirkt hat.

 

 

Quelle: Viltskadecenter, 2016. Übersetzung aus dem Schwedischen und Zusammenstellung der Daten von Peter Peuker